Der Himmel lässt allen Bäumen Raum. Er verlangt nicht, dass sie gleich wachsen.
Inklusion heißt: Menschen gehören dazu und gestalten mit. Ihr Alter, ihre Herkunft, ihr Geschlecht oder eine Behinderung mindern nicht ihren Wert. Frage nicht zuerst, was jemand nicht kann. Frage, was die Person möchte und was sie braucht. Nicht jede Behinderung ist sichtbar. Höre zu, ohne vorschnell zu urteilen. Plane mit Menschen, nicht über ihre Köpfe hinweg. Achte ihr Recht, selbst zu entscheiden.
Zugehörigkeit ist keine Belohnung für Leistung. Niemand muss Dankbarkeit zeigen, um seinen Platz zu behalten.
Verschieden sein
Wasser verlangt nicht, dass jeder Stein dieselbe Form hat.
Gestalte Gebäude, Technik und Dienste für verschiedene Menschen. Denke vom Eingang bis zum Arbeitsplatz, zur Kantine und zur Toilette. Sorge für verständliche Hinweise, nutzbare Programme und erreichbare Hilfe. Manche brauchen Ruhe, andere klare Abläufe oder besondere Hilfsmittel. Prüfe dies schon beim Bauen und Kaufen. Allgemein zugängliche Lösungen sind der Anfang. Persönliche Anpassungen ergänzen sie.
Eine offene Tür genügt nicht, wenn dahinter neue Hindernisse warten. Ändere den Weg, statt den Menschen für sein Stocken verantwortlich zu machen.
Wer an einem Halm zieht, hilft ihm nicht beim Wachsen.
Gestalte sinnvolle Aufgaben nach Können und Interessen. Das gilt in Technik, Verwaltung, Reinigung und Versorgung. Beschränke Menschen mit Behinderungen nicht auf einfache Restarbeiten. Ermögliche Ausbildung, Lernen und beruflichen Aufstieg. Gib Zeit zur Einarbeitung. Passe Arbeitszeiten und Belastungen an. Sorge für faire Bezahlung und sichere Arbeit. Arbeite auch mit Werkstätten und Betrieben zusammen, die Menschen mit Behinderungen besonders unterstützen. Halte gewünschte Wege in eine reguläre Anstellung offen.
Ein Mensch ist nicht auf die Aufgabe begrenzt, die du ihm heute zutraust.
Eine stützende Hand soll Halt geben, nicht den Weg bestimmen.
Frage, welche Unterstützung willkommen ist. Beteilige Beschäftigte, ihre Vertretung und die Schwerbehindertenvertretung. Vereinbare Ziele, Aufgaben und Zuständigkeiten. Beachte die gesetzlichen Pflichten. Plane Geld für passende Arbeitsmittel, Begleitung und Schulung. Nutze fachliche Beratung und prüfe Fördermöglichkeiten. Sorge auch für Vertretung. Eine Hilfe, die nur an einer Person hängt, ist nicht verlässlich.
Wer Unterstützung braucht, soll nicht täglich neu darum kämpfen müssen. Gute Führung schafft Bedingungen. Sie macht Menschen nicht von ihrer Gunst abhängig.
Ein freier Weg bleibt nur frei, wenn jemand auf ihn achtet.
Pflege Aufzüge, Türen und Hilfsmittel. Sorge bei Ausfällen für sichere Alternativen. Plane verständliche Warnungen und Rettung für alle. Prüfe nach Umbauten und Umzügen erneut. Höre auf Beschwerden. Schütze vertrauliche Angaben. Dulde keine Demütigung. Begleite auch die Rückkehr nach Krankheit. Frage nicht nur, wie viele Menschen beschäftigt werden. Frage, ob sie mitentscheiden, sich entwickeln und wirklich dazugehören.
Gute Inklusion stellt nicht die Helfenden in die Mitte. Sie lässt Menschen ihren eigenen Platz einnehmen.